ANDREA GUBITZ | Heimat-Photographie

Ich sehe was, was Du nicht siehst

ANDREA GUBITZ – Heimatphotographie

Hutewald Halloh

Hutewald "Im Halloh"

Knorrige Buche, Wuchsform durch Verbiss entstanden

Ein kulturhistorisches Relikt

In Hessen gibt es noch eine Reihe von sehr schönen Hutewäldern, die durch Waldweidewirtschaft entstanden sind. Die meisten Hutungen mußten im 19. Jahrhundert der Forstwirtschaft weichen. Daher sind oft nur noch Relikte vorhanden – die parkähnlichen Landschaften sind mittlerweile stark zugewachsen und die Hutebäume überaltert. Ein typisches Beispiel hierfür sind die Schwanheimer Alteichen im Frankfurter Stadtwald.

Hutewälder in ihrer ursprünglichen Form sind selten geworden, aber es gibt sie noch. Einer liegt am Südrand des Kellerwalds in der Nähe von Bad Wildungen. Im Halloh wurde vor mehr als 300 Jahren ein Hutewald aus Buchen angelegt. Diese Bäume wurden vielfältig genutzt. Vor allem Schweine durften sich im Herbst an den vielen Bucheckern gütlich tun und lieferten besonders wohl schmeckendes Fleisch. Durch Beschnitt und Verbiss entstanden kurzstämmige Bäume mit besonders ausladenden Kronen. Der Halloh wird auch heute noch wie ein Hutewald gepflegt. Auf das Grunzen von Schweinen wartet man allerdings vergebens.

Ein Paradies für Baumfotografen

Die knorrigen Bäume stehen verhältnismäßig frei, sodaß Ihre Kronen, aber auch ihr ausladendes Wurzelwerk gut in Szene gesetzt werden können. Ich hatte 2018 und dann wieder 2024 die Gelegenheit, dort zu photographieren.

Begehbarer Baum

Neben Veteranen mit ausladenden Kronen gibt es auch Bäume, deren Stamm weitgehend hohl ist. Diese sind zwar noch nicht vollständig abgestorben, die Krone ist aber stark dezimiert (Erhaltungsstufe 3). Hier ergibt sich eine interessante Perspektive: Man kann aus dem Baum herausphotographieren. So ähnlich könnte der Blick eines Waldkauzes aus seiner Bruthöhle vielleicht aussehen.

Ein Update aus dem Februar 2024

Im Februar 2024 habe ich den Hutewald erneut besucht. Ich war zunächst ein bißchen irritiert, wie stark er sich verändert hat, haben doch Überalterung und Klimawandel manchen Veteranen arg zugesetzt, wie das untere Beispiel zeigt.

Und auch von dem „begehbaren Baum“ (s.o.) ist nur noch ein luftiger Torbogen übrig geblieben. Immerhin, der Wald hat seinen Humor noch nicht verloren.

Alle neuen Aufnahmen habe ich in Schwarzweiß ausgearbeitet, da die Farben im Wald in einem Winter ohne Schnee nicht so attraktiv sind.

Das Photographieren im Wald ist eine besonders kontemplative Beschäftigung. Die wichtigste Zutat für spannende Photos ist Zeit; ein Stativ kann auch nicht schaden, denn das Bild vom dunklen Wald ist so falsch nicht.

2 Gedanken zu „Hutewald Halloh“

  1. Ich bin begeistert: von den Aufnahmen, von der Webpage, von Ihrem Web-Auftritt. Sehr gut strukturiert. Ich persönlich würde nicht so viele Themata zeigen, sondern mit drei Themata wochenweise wechseln. Macht wieder Arbeit, doch hält die Gucker an der leine- wenn die Ankündigung auf die neue Wechselseite gut im Vordergrund steht. Toll, super, Klasse.

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  2. Lieben Dank für die konstruktiven Anregungen. Einmal in der Woche einen Beitrag zu schreiben, das packe ich zur Zeit nicht. Mein Schwerpunkt ist schon die Naturfotografie, aber ab und zu schnuppere ich doch ganz gern auch mal bei anderen Themen herein.

    Viele Grüße
    Andrea

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