ANDREA GUBITZ | Heimat-Photographie

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ANDREA GUBITZ – Heimatphotographie

Urwald Sababurg

Kamineiche im Urwald Sababurg im Reinhardswald in Nordhessen
Kamineiche im Urwald Sababurg

Urwald

Sababurg

Inhalt

Kein Urwald, aber märchenhaft schön

Ein wahres Juwel unter den Hutewäldern in Deutschland ist der „Urwald“ Sababurg im Reinhardswald in Nordhessen. Ursprünglich als Hutewald genutzt beherbergt er noch heute eine stattliche Anzahl von mächtigen Huteeichen und -buchen. Die wohl bekannteste ist die Kamineiche (siehe Beitragsbild). Die Eichen wurden als Mastbäume für die Waldweidung gepflanzt, unter natürlichen Umständen würden sie hier nicht wachsen und werden auch irgendwann an diesem Standort aussterben. Ohne menschliches Eingreifen wäre hier ein Hainsimsen-Buchenwald zu finden.

Hessens ältestes Naturschutzgebiet

Bereits 1907 wurde das Gebiet aus der Nutzung genommen und als Naturschutzgebiet ausgewiesen, und zwar auf Initiative des Malers Theodor Rocholl. Die malerische Landschaft zieht viele Künstler und heute vor allem Fotografen an. Wie in den meisten ehemaligen Hutewäldern sind die mächtigen Buchen und Eichen inzwischen stark eingewachsen, denn der Wald ist seit mehr als 100 Jahren sich selbst überlassen. Gleichwohl ergeben sich von den ausgewiesenen Wanderwegen aus sehr schöne Ausblicke auf die alten Bäume und gefallene Riesen. Da der Urwald Sababurg schon lange kein Geheimtipp mehr ist, ist das Wegegebot unbedingt einzuhalten. Das gilt auch für Photographen!

Photographieren im Wald

Wie auch sonst, wenn im Wald schöne Fotos entstehen sollen, ist ein Stativ unerläßlich – gerade wenn die Sonne lacht. Auch ein entspanntes Verhältnis zu HDR-Aufnahmen ist förderlich, denn der Kontrastumfang kann enorm sein. Nur bei richtigem Schmuddelwedda sollte man darauf verzichten.

Bei Sonnenschein schwarz-weiß

Wenn bei Sonnenschein der Kontrastumfang sehr hoch wird, kann eine Schwarzweiß-Bearbeitung die passende Wahl sein. Als Basis kommt auch hier eine HDR-Aufnahme in Frage. Der Hintergrund im Wald wirkt durch Blätter und kleine Zweige oft etwas krisselig. Daher sollte man eine mögliche Schwarzweißumwandlung von Anfang an im Hinterkopf haben. Ein überbelichteter Hintergrund liefert oft ein schönes Ergebnis.

Meistens ist es keine so gute Idee, einen Baum im Wald zur Gänze im Hochformat abbilden zu wollen. Manchmal klappt es dann aber doch und den Beschnitt zumindest einigermaßen gering zu halten.

Himmelsstürmer: alte Eiche, fast zur Gänze abgebildet
Himmelsstürmer: 46 mm (KB), F16, 1/10 sec., ISO 200

Fabeltiere und Trolle

Im Wald gibt es ja immer viel zu entdecken. In den knorrigen Bäumen wohnen auch Fabeltiere und Trolle: also Augen auf und genau hinschauen! Wie es scheint, lacht der Troll (rechts) die Photographin aus.

Ein Fazit

Das Photographieren im Wald hat mich seit ein paar Jahren gepackt. Es muß nicht immer so ein spektakulärer Ort wie der Urwald Sababurg sein. Eine sehr reizvolle Hutung ist auch der Wald „Im Halloh“ südlich des Kellerwaldes. Hier ist die ursprungliche Anlage eines Hutewalds noch gut zu erkennen.

Aber auch der Stadtwald nebenan kann wahre Baumschätze enthalten, z.B. der Schwanheimer Wald in Frankfurt. Und nicht immer müssen es die Veteranen des Waldes sein; auch die vermeintlich unspektakulären Wäldchen um die Ecke bieten Motive satt. Außerdem hat es den Vorteil, daß man immer wieder mit der Kamera dort vorbeischauen und verschiedene Lichtsituationen ausprobieren kann.

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