ANDREA GUBITZ | Heimat-Photographie

Ich sehe was, was Du nicht siehst

ANDREA GUBITZ – Heimatphotographie

Mandarinenten auf dem Jacobiweiher

Mandarinenten auf dem Jacobiweiher

Inhalt

Sind die echt?

Im Frankfurter Stadtwald lassen sich je nach Jahreszeit interessante Pflanzen, aber auch viele Wasservögel beobachten und photographieren. Besonders hübsch sind die Erpel der Mandarinente. Diese hübschen Enten wurden in Frankfurt schon im 18. Jahrhundert als Ziervogel eingebürgert. In ihrer ursprünglichen Heimat Ostasien gelten sie als gefährdet, während in Europa der Wildbestand langsam wächst. Daher gelten sie sie weltweit als ungefährdet (https://de.wikipedia.org/wiki/Mandarinente). Am Jacobiweiher hat sich eine recht große Kolonie entwickelt. Als gesellige Tiere hocken sie gern in größeren Gruppen zusammen, z.B. auf einem Baumstamm am Wasser.

Gesellige Runde am Jacobiweiher im Frankfurter Stadtwald
Gesellige Runde am Jacobiweiher: 500 mm (KB), f5,6, 1/125 sec., ISO 1000

Photographische Zutaten: offene Blende, kurze Belichtungszeiten und viel Geduld

Im warmen Herbstlicht lassen sich diese Enten besonders gut fotografieren. Natürlich fallen die Männchen sofort ins Auge, aber auch die etwas kleineren Weibchen haben ein elegantes graubraunes Gefieder. Mandarinenten sind nicht ganz so zutraulich wie Stockenten. Daher empfiehlt es sich, eine möglichst lange Brennweite einzupacken. Bei mir ist das eine 500 mm Festbrennweite, mit der ich alle Fotos gemacht habe. Außerdem versprach der Tag alle Wetterlagen von Sonnenschein bis ausgiebiger Regen, so daß ich ein Regenmäntelchen auch für die Kamera eingepackt habe. Dieses konnte ich sehr gut gebrauchen. Bei manuell eingestellter Blende und Zeit lasse ich die Kamera die passende ISO-Zahl wählen, allerdings nur bis 6400 ISO, eine Einstellung, die ich noch so gerade tolerabel finde. Wie im letzten Bild zu sehen, wurde das Maximum auch ausgereizt. Versuche mit höheren ISO-Werten (siehe https://ich-sehe-was-was-du-nicht-siehst.net/treue-bewohner-des-gartens/) haben sich nicht bewährt.

Mandarinente bei der Gefiederpflege
Mandarinente bei der Gefiederpflege: 500 mm KB), f5,6, 1/125 sec., ISO 1600
Mandarinente auf dem Wasser,, mit Spiegelung, Jacobiweiher, Frankurt
In voller Schönheit: 500 mm KB), f5,6, 1/500, ISO 6400
Mandarinente beschwert sich über Fotografin
Beschwerdeführer: 500 mm KB), f5,6, 1/1000, ISO 1600

Nachwuchs auf dem Jacobiweiher

Mandarinentenpaar auf dem Wasser
Mandarinentenpaar: 150 mm (MFT), f 8, 1/100 sec., ISO 400

Die Liebe hält zwar meist nicht ein Leben lang, kann aber doch mehrere Jahre dauern. Die Partnersuche beginnt bereits im frühen Winter.

Im Frühjahr war ich dann doch neugierig auf den Nachwuchs. Am Weiher war es zwar etwas kühl, aber sonnig – und es waren jede Menge Leute unterwegs, nicht wenige mit Hunden. Die Hundeleinen baumelten als dekoratives Assecoire um den Hals der Halter(in): Sorry Leute, aber während der Brutzeit geht das ja wohl gar nicht.

Zunächst war ich etwas enttäuscht, da nur Erpel zu sehen waren, die entweder in der Sonne dösten oder zu einem kleinen Streit aufgelegt waren – Jungs eben.

Bei Mandarinenten ist die Aufzucht der Jungen reine Frauensache . Sie brüten in Baumhöhlen, die Küken schlüpfen nach ca. 30 Tagen. Sie sind Nestflüchter. Um zum Wasser zu kommen, müssen sie aus der Bruthöhle in die Tiefe springen. Ich war Mitte Mai wohl etwas zu früh vor Ort, habe dann aber doch eine stolze Mutter von sechs Küken auf dem Wasser gesehen.

4 photographische Hinweise

  • Wasservögel an Weihern in Stadtwäldern sind an einen hohen Besucherdruck gewöhnt. Gleichwohl sollte man sie so wenig wie möglich stören, vor allem in der Brutzeit. Je mehr Brennweite zur Verfügung steht desto besser.
  • Das Ufer am Jacobiweiher ist etwas erhöht. Um so weit wie möglich auf Augenhöhe zu den Vögeln zu kommen, muß man sich auf den Boden legen. Die Kleidung sollte das problemlos mitmachen.
  • Neben einem Stativ kann auch ein Bohnensack oder ähnliches (Badewannenkissen, Blasenfolie, etc.) nützlich sein.
  • Gerade bei trüben oder sogar regnerischem Wetter leuchtet das Gefieder der Erpel besonders schön. Allerdings kommt man um höhere ISO-Werte nicht herum. Das entspechende Bildrauschen läßt sich heutzutage ganz gut mit spezieller KI-basierter Software reduzieren. Allerdings kann dabei schon mal die feine Gefiederstruktur etwas verloren gehen. Hier gilt es, den richtigen Kompromiss zu finden.

2 Gedanken zu „Mandarinenten auf dem Jacobiweiher“

  1. Liebe Andrea,
    ja, ich dachte spontan an so eine Spielzeugente… Aber die sind ja nicht bunt, sondern quietsche-gelb! Außerdem hättest du so ein Teil nicht fotografiert.
    Deine tollen Fotos mit diesen schönen bunten Tieren machen richtig gute Laune!
    Und Lust auf den Jacobiweiher… Wir fahren nachher hin, Spaziergang, Mandarinenten-Gucken und Essen in der Oberschweinstiege.
    Lieben Gruß, Rahel

    Antworten
    • Liebe Rahel,

      vielen lieben Dank für Deine lobenden Worte! Ich hoffe, Euer Ausflug war gelungen! Besonders habe ich mich gefreut, dass mein Beitrag sogar zu einem Ausflug angeregt hat.

      Alles Gute , Andrea

      Antworten

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