Ein Herbst voller Pilze

Ein Lieblingsmotiv

Pilze zu fotografieren macht unglaublich viel Spaß: Sie halten schön still – auch im Wind – und ihre Formenvielfalt ist beindruckend. An Ausrüstung braucht es nicht viel, selbst ein Makroobjektiv ist nicht zwingend notwendig. Das Objektiv sollte eine einigermaßen kurze Naheinstellgrenze haben. Nützlich ist – wie immer – ein Stativ und/oder ein „Bohnensack“. Letzteres ist bei mir ein umfunktioniertes Badewannenkissen, dem ich einen abwischbaren Bezug aus einer alten Gartentischdecke verpaßt habe. Auch ein größeres Stück Blasenfolie, das sich ein paar Mal falten läßt, kann gute Dienste leisten. Last but not least gehört unbedingt eine Taschenlampe in den Fotorucksack. Mit ihr lassen sich abgeschattete Teile des Pilzes aufhellen. Aber Vorsicht – das Licht darf nicht zu grell sein. Im besten Fall fällt die künstliche Lichtquelle gar nicht auf.

Pilze im Garten

Hat man einen einigermaßen naturnah gestalteten Garten, dann breiten sich auch Pilze gern aus. Fotomotive direkt hinter dem Haus haben einen großen Vorteil: Man kann praktisch jederzeit Fotos machen und verschiedene natürliche Lichtsituationen ausprobieren. Ein wenig Gegenlicht, das durch die Büsche blitzt, liefert besonders attraktive Ergebnisse, vor allem wenn dabei der Pilz von hinten beleuchtet wird.

  • Gartenpilz 1: 105 mm (Makro,KB), f8, 1/60 sec., ISO 400

Wie bei anderen Makromotiven auch muß bei Pilzen die Blende mit Bedacht gewählt werden. Mit eine stark geschlossenen Blende läßt sich der Pilz durchgängig scharf abbilden, aber das Bokeh ist dann meistens nicht ganz so schön. Bei offener Blende ist die Tiefenschärfe minimal, der Pilz verschmilzst mit dem weichen Bokeh im Hintergrund, eine Kombination, die ich sehr gern habe (siehe Gartenpilz 2). Die Schärfe muß hier sorgfältig auf den gewünschten Punkt eingestellt werden. Viele Pilzfotografen nutzen das Focus Stacking, um die Tiefenschärfe gezielt zu gestalten. Dies führt – zusammen mit zusätzlichen Lichtquellen – zu beeindruckenden Bildergebnissen wie zum Beispiel bei https://www.traumflieger.de. Allerdings wirken solche Fotos manchmal auch übertrieben künstlich. Oft ist eben doch weniger mehr.

Pilze am Luderbach

Ein wahres Feuerwerk an Motiven bot sich in diesem Herbst in den Wäldern an. Bei meinem letzten Fotoausflug in den Frankfurter Stadtwald habe ich zunächst mit dem Fotografieren von Mandarinenten auf dem Jacobiweiher verbracht (https://ich-sehe-was-was-du-nicht-siehst.net/mandarinenten-auf-dem-jacobiweiher/). Der Jacobiweiher wird vom Luderbach gespeist. An diesem Bach führt ein Pfad entlang, an dem eine Fülle von Pilzen wachsen. Zum Einsatz kam ein altes Objektiv, das Vivitar Serie 1, über das ich schon ausführlich berichtet habe (https://ich-sehe-was-was-du-nicht-siehst.net/altglas-teil-3-3-vivitar-serie-1-90-mm-makro/), und zwar an einer APS-C- Kamera. Da die Blende am Objektiv selbst eingestellt wird, fehlen hierzu die Exif-Daten.

  • Pilze am Luderbach (1): 90 mm (Vivitar Serie 1, Makro, APS-C, ), f??, 0,5 sec., ISO 200

Pilze im Orketal

Einer der schönsten Wanderwege in Nordhessen führt durch das Orketal. Auf der Durchreise von Ostwestfalen nach Frankfurt fahre ich gern über die Bundesstraße 252. Auf dieser Strecke bieten sich Abstecher an den Edersee, in den Kellerwald und eben ins Orketal an. Im Herbst, wenn dort die Pilze reichlich sprießen, komme ich allerdings meist nicht weit. Da es in den Nächten zuvor schon leichten Frost gegeben hatte, waren einige Pilze umgeknickt und boten so ein neue Perspektive auf ihre Unterseite. Ich hatte ca. zwei Stunden Zeit und nur mein Badewannenkissen dabei. Daher mußte ich zwei Fotos aus der Hand fotografieren, und damit einen Kompromiss beim ISO-Wert akzeptieren.

  • Pilze im Orketal (1): 105 mm (Makro, KB), f 4,8, 1/90 sec., ISO 1100

Pilze: weder Pflanze noch Tier

Pilze sind phantastische Lebewesen, die für die Gesundheit unserer Wälder von zentraler Bedeutung sind. Sie anhand ihrer Fruchtkörper zu identifizieren, ist keine leichte Aufgabe, jedenfalls für mich. Oft schon habe ich mit einem Bestimmungsbuch vor dem Computer gesessen und hatte gleich mehrere Kandidaten pro Foto zur Auswahl. Daher habe ich hier gar nicht erst den Versuch gewagt, die Pilzart zu benennen. Ich genieße ihre Schönheit und kaufe meine Speisepilze in Frankfurt-Höchst auf dem Markt.

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