ANDREA GUBITZ | Heimat-Photographie

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ANDREA GUBITZ – Heimatphotographie

Altglas, Teil 2: Helios 44-2

russisches Objektiv, Zeiss-Biotar-Nachbau, verwirbeltes Bokeh
Helios 44-2

Altglas, Teil 2: Helios 44-2

Inhalt

Beliebtes Vintage-Objektiv

Vor ca. zwei Jahren bin ich auf der Suche nach einem Objektiv mit einem besonders schönen Bokeh auf das Helios 44-2 gestoßen, ein altes russisches Objektiv, ein Nachbau eines Zeiss Biotar 2/58 aus den dreißiger Jahren, gebaut für eine Zenitkamera. Es hat eine Brennweite von 58 mm, eine maximale Blendenöffnung von 2,0 sowie ein M42-Schraubgewinde. Es kann natürlich nur im manuellen Modus benutzt werden; darin sehe ich allerdings keinen Nachteil. Angebote im Netz gibt es reichlich. Ich habe mich für ein nicht umgebautes Objektiv entschieden, das einschließlich Versandkosten für ungefähr 50 € zuverlässig bei mir ankam.

Der Haken an diesem Objektiv ist das Auflagemaß Es ist gegenüber dem meiner Vollformat-Spiegelreflex-Kamera zu kurz, so daß ich es auch mit einem sehr dünnen  Adapter nicht ausgleichen kann. In dieser Zusammenstellung ist daher nur eine Fokussierung bis 2,50 m möglich. Mein dünnster Adapter ist zudem an meinem Bajonett recht hakelig und daher mit Vorsicht anzuwenden. Dieser ist auf dem Beitragsfoto zu sehen, ebenso wie eine Gegenlichtblende, die aus meinem Bestand an alten Zubehör stammt und durchaus nützlich ist.

Tolles Bokeh

Doch nun zu den Vorzügen des Objektiv. Das Bokek ist wirklich sehr schön. Mit dem richtigen Abstand zwischen Motiv und Hintergrund läßt sich ein „verwirbeltes“ Bokeh (Bild 1 und 2) erzeugen, für das dieses Objektiv so bekannt ist. Nach meiner Erfahrung klappt dies an einem Vollformatsensor deutlich besser als an einem APS-C-Sensor. Die hier gezeigten Photos sind alle mit weit geöffneter Blende gemacht. Dies macht das Bokeh ruhiger, aber auch weniger verwirbelt. Die Bilder 3 und 4 zeigen, daß man auch ein wesentlich ruhiges Bokeh erhalten kann, vor allem natürlich bei bedecktem Himmel.

Auch große Sonnenkreise möglich

Auch für Freunde besonders großer Sonnenkreise eignet sich das Objektiv hervorragend. Im Bild 6 habe ich einen dickeren Adapter verwendet; damit reicht die Naheinstellgrenze schon fast an ein Makroobjektiv heran.

In wie steht es mit der Schärfe? Im Gegensatz zu manch anderem alten Schätzchen, z.B. meinen Hanimex-Spiegelobjektiv, läßt sich das Helios problemlos scharf stellen und steht manch modernem Objektiv ins nichts nach, wie das Bild 7 („Krokkusse im Garten“) eindrücklich zeigt.

Fazit

Da das Helios klein und leicht ist, begeitet es mich trotz seiner eingeschränkten Reichweite auf vielen Phototouren in der Natur. Wer etwas mehr Geld ausgeben will, kann auch ein umgebautes Objektiv kaufen, daß eine Scharfeinstellung bis unendlich erlaubt. Ich selbst finde das nicht so wichtig. Kurzum, von meinen alten Schätzchen ist dies mein Liebstes.

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