ANDREA GUBITZ | Heimat-Photographie

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ANDREA GUBITZ – Heimatphotographie

Altglas, Teil 1: Hanimex-Spiegelobjektiv

Hanimex-Spiegelobjektiv, 300 mm

In meinem letzten Beitrag hatte ich bereits angekündigt, daß ich einmal etwas über meine alten Objektive schreiben möchte. Den Anfang macht nun mein Hanimex 300 mm, 1: 5,6 Spiegelobjektiv mit einem M42- Schraubgewinde. Es dürfte so 40 Jahre auf dem Buckel haben, aber da es überwiegend in der Phototasche meiner Analogausrüstung schlummerte, sieht es aus wie neu. Sogar eine undatierte Rechnung fand sich noch; das gute Stück hat damals 158 DM gekostet.

Spiegelobjektive sind bei vielen Photographen nicht sehr beliebt. Die Blende ist fest, die Naheinstellgrenze meisten ziemlich weit. Das Hanimex ist da mit einer Naheinstellgrenze von ca. 2,50 m noch ganz komfortabel. Das Scharfstellen ist eine ziemliche Fummelei, und selbst wenn man den optimalen Schärfepunkt erwischt, ist es nicht so besonders scharf. Schärfe ist bei der Photographie mit solchen Objektiven nicht so wichtig. Auch chromatische Aberrationen können auftreten. Dafür ist es klein und leicht (260 g).

Das Besondere an eienm Spiegelobjektiv ist das Bokeh, an dem sich die Geister scheiden. Bei kleinen Lichtreflexen im Gegenlicht entstehen Lichtkreise, die in ihrer Form an Donuts erinnern. Das ist natürlich nicht immer schön, aber hier liegt auch gerade der Reiz des Objektivs. Das nebenstehende Bild demonstriert den Bokeh-Effekt, das Rosenphoto zeigt das die Kringel auch sehr dezent sein können.

Gartenrose, fotografiert mit einem Spiegelobjektiv
300 mm (KB), 1/160 s, ISO 800
300 mm (KB), 1/250 s, ISO 800

Ich benutze das Objektiv meist zu Hause im Garten oder in der näheren Umgebung an einer Vollformat-Kamera, wenn die Sonne schön tief und das Motiv im Gegenlicht steht. In den beiden letzten Bildern der Schneeglöckchenserie ist eine deutliche Vignette zu sehen, die ich marginal in der Bildbearbeitung verstärkt habe. Durch den Mindestabstand von ungefähr 2,50 muß der Bildausschnitt sorgfältig gewählt werden, und es kann schon einmal etwas dauern, bis man alle störenden Bildelemente gefunden und entfernt hat.

Fazit: Spiegelobjektive sind preiswert und in vielen Brennweiten zu haben – auch neu, zumeist sind sie manuell zu bedienen. Aufgrund der festen Blende, der hohen Streulichtempfindlichkeit und des speziellen Bokehs sind sie kein Ersatz für ein „normales“ Teleobjektiv. Sie sind zudem sehr stoßempfindlich, das macht den Gebrauchtkauf etwas heikel. Wer sich aber den Bokeheffekt kreativ zu Nutze machen will, für den sind sie sehr geeignet.

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