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L!chtblick!

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Das Licht als Motiv

Die Photographie wird gern als die Kunst, mit Licht zu malen, bezeichnet. Das gewünschte Motiv „ins rechte Licht zu setzen“ ist die vielleicht wichtigste Aufgabe der Photographin. Entsprechend reichhaltig ist das Angebot an Leuchtmitteln und Zubehör. Für Amateure, aber nicht nur für sie, spielt gleichwohl meistens das  Umgebungslicht die wichtigste Rolle. In diesem Beitrag soll es nun darum gehen, das Licht selbst zum Motiv zu machen, und zwar das natürliche Licht.

Weniger ist mehr

Auch wenn es paradox klingt, um dem Licht einen passenden Rahmen zu verleihen, sollte es möglichst dunkel sein. Der Wald ist ein guter Ort. Dort, wo direktes Sonnenlicht sonst oft hinderlich ist, lassen sich Lichtflecken besonders attraktiv darstellen. Der Rest der Szene sollte möglichst stark in den Hintergrund treten. Ansonsten eher langweilige Motive sind hier also gefragt. Wichtig ist, auf die hellen Bereiche zu belichten; auch eine leichte Unterbelichtung betont die geheimnisvolle Stimmung. Viel Nachbearbeitung braucht es da nicht.

Auch das Spiel mit der Unschärfe eignet sich für „Lichtbilder“ besonders gut. Der Geistervogel (drittes Bild) entstand mit einem ca. 55 Jahre Vintageobjektiv, dem Orestor 135 mm von Meyer-Görlitz, an meiner ersten digitalen Spiegelreflexkamera. Dieses Objektiv hat dank seiner 15 Blendenlamellen ein besonders schönes Bokeh (siehe auch das Beitragbild), und es kann – obwohl schon ziemlich wackelig – auch erstaunlich scharf sein.

Natürliches Licht kommt nicht nur von der Sonne, sondern auch vom Mond. Die warmen Farben kurz vor Sonnenuntergang werden nun von kalten Tönen abgelöst. Um das Mondlicht schön zur Geltung zu bringen, sollte der Himmel bewölkt sein mit einigen Lücken.

Da der Mond sehr hell ist, benötigen wir eine nur kurze Belichtungszeit und/oder einen niedrigen ISO-Wert; aus der Hand zu photographieren ist meistens kein Problem, es sei denn, es herrscht gerade Mondfinsternis. Aber auch vom Stativ aus dürfen die Belichtungszeiten nicht zu lang werden, denn der Mond bewegt sich recht schnell.

Das Licht in Gebäuden

Nicht nur in der Natur, auch in Gebäuden, vor allem in Kirchen, ergeben sich oft attraktive Lichtsituationen durch die zumeist bunt verglasten Fenster. Dies ist besonders gut an dem linken Photo aus der Frauenfriedenskirche in Frankfurt zu sehen. Die unterschiedlich farbigen Fensterbögen entstehen durch die verschieden farbigen Fenster.

In Innenräumen ist es allerdings auch deutlich schwerer, das Licht gegenüber dem Rest des Motiv abzusetzen. Die Ausstattung oder Schriftzüge können stark ablenken. Dieses Problem ist im rechten Foto gut zu sehen: hier wird sich der Betrachter wohl eher mit dem Altar als mit dem Lichteinfall beschäftigen.

Der Blick auf das Licht

Das Licht kann nicht nur ein interessantes, sondern auch ein lehrreiches photographisches Thema sein, denn viele Motive erstrahlen erst so richtig, wenn die Wahl der Lichtrichtung  stimmt. Man denke beispielsweise an Blüten im Gegenlicht oder Portraits bei Fensterlicht. Die Tages- und die Jahreszeit haben essentiellen Einfluß auf die Lichtstimmung. Nicht von ungefähr ist der Herbst die beste Zeit zum Photographieren: eine Goldene Stunde den ganzen Tag.

Und im trüben Winterwetter, was machen wir da? Wir holen uns das Licht ins Haus oder photographieren in Schwarzweiß – aber das ist ein anderes Thema.

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