Altglas, Teil 1: Hanimex-Spiegelobjektiv

Hanimex-Spiegelobjektiv, 300 mm

In meinem letzten Beitrag hatte ich bereits angekündigt, daß ich einmal etwas über meine alten Objektive schreiben möchte. Den Anfang macht nun mein Hanimex 300 mm, 1: 5,6 Spiegelobjektiv mit einem M42- Schraubgewinde. Es dürfte so 40 Jahre auf dem Buckel haben, aber da es überwiegend in der Fototasche meiner Analogausrüstung schlummerte, sieht es aus wie neu. Sogar eine undatierte Rechnung fand sich noch; das gute Stück hat damals 158 DM gekostet.

Hanimex 300 mm, Größenvergleich zu einem 50 mm Objektiv

Spiegelobjektive sind bei vielen Fotografen nicht sehr beliebt. Die Blende ist fest, die Naheinstellgrenze meisten ziemlich weit. Das Hanimex ist da mit einer Naheinstellgrenze von ca. 2,50 m noch ganz komfortabel. Das Scharfstellen ist eine ziemliche Fummelei, und selbst wenn man den optimalen Schärfepunkt erwischt, ist es nicht so besonders scharf. Dafür ist es klein und leicht (260 g).

Das Besondere an solchen Objektiven ist das Bokeh, an dem sich ebenfalls die Geister scheiden. Bei kleinen Lichtreflexen im Gegenlicht entstehen Lichtkreise, die in ihrer Form an Donuts erinnern. Das ist natürlich nicht immer schön, aber hier liegt auch gerade der Reiz des Objektivs. Das Bild 1 demonstriert den Bokeh-Effekt, Bild 2 zeigt das die Kringel auch sehr dezent sein können.

Bild 1: 300 mm (KB), 1/250 s, ISO 800

Ich benutze das Objektiv meist zu Hause im Garten oder in der näheren Umgebung an einer Vollformat-Kamera, wenn die Sonne schön tief steht. So sind auch das Titelfoto sowie die beiden folgenden Fotos entstanden. Im Bild 4 ist eine deutliche Vignette zu sehen, die ich marginal in der Bildbearbeitung verstärkt habe. Durch den Mindestabstand von ungefähr 2,50 muß der Bildausschnitt sorgfältig gewählt werden, und es kann schon einmal etwas dauern, bis man alle störenden Bildelemente gefunden und entfernt hat.

Fazit: Für ein besonderes Bokeh ist das Hanimex sehr geeignet, wenn es auf die Schärfe nicht so sehr ankommt. Als normales Teleobjektiv ist es eher ungeeignet.

Teilen mit ...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.